Aktuelle Beiträge

Die Täter der Endphaseverbrechen von Randegg und Göstling an der Ybbs im April 1945
Von: 
Johannes Glack
Ort des Verbrechens in Göstling an der Ybbs heute, © Johannes Glack

Am 13. und 15. April 1945 ermordete ein kleiner Kreis an Tätern auf Eigeninitiative ca. 180 ungarische Jüdinnen und Juden im ländlichen Niederösterreich in den Orten Randegg und Göstling an der Ybbs. Dieser Essay rekonstruiert den Verlauf der Verbrechen und nimmt dabei vor allem Handeln und Motive der Täter in den Blick. Exemplarisch zeigt sich dabei, wie stark ideologische Komponenten wie Antisemitismus und soldatische Männlichkeit bei Endphaseverbrechen wirkten und wie Dynamiken der Endphase Gewalträume im ländlichen Gebiet öffneten.

Aufsatz
Archäologische und historische Dimensionen (Innsbruck, 27.–29.11.2025)
Von: 
Ronja Edelhäuser

Vom 27. bis 29. November 2025 trafen sich Archäolog:innen und Althistoriker:innen auf der internationalen Tagung „Die Markomannenkriege: Archäologische und historische Dimensionen“ an der Universität Innsbruck. Die Organisation übernahmen Roland Steinacher, Gerald Grabherr und Ronja Edelhäuser. Finanziert wurde die Tagung durch die Unterstützung des Dekanats der Philosophisch-Historischen Fakultät, des Vizerektorats für Forschung und des IRO der Universität Innsbruck, der Österreichischen Forschungsgemeinschaft, der Länder Tirol und Vorarlberg sowie der Fritz Thyssen Stiftung.

Tagungsbericht
Von: 
Niklas Netzer

Dewid Laspe legt mit seinem Buch „Marathon und Salamis – Die Entscheidungsschlachten der Perserkriege“ eine ausführliche militärhistorische Untersuchung zum Konflikt zwischen dem Achaemenidischen Persien und dem von Sparta und Athen angeführten Hellenenbund während des fünften vorchristlichen Jahrhunderts vor. Die Arbeit – die überarbeitete Veröffentlichung einer 2024 in Bielefeld anerkannten Dissertation – steckt sich selbst das Ziel, mit den Mitteln der historischen Methode und militärischer Sachkritik die Gründe für die persischen Niederlagen in den Schlachten von Marathon (490 v. Chr.) und Salamis (480 v. Chr.) zu eruieren.

Buchbesprechung
Das militärische Gewalthandeln des Ostasiatischen Expeditionskorps im Boxerkrieg 1900/1901
Von: 
Martin H. Schulz

Um die vorvergangene Jahrhundertwende erlebte der Imperialismus der ausländischen Mächte in China seinen Höhepunkt. Ausgelöst durch den Aufstand breiter Schichten der Landbevölkerung kam es zu einer imperialen Intervention der Mächte im Qing-Reich. Im Rahmen dessen entsandte das Deutsche Kaiserreich über 20.000 Soldaten des Heeres und der Kaiserlichen Marine. Welche Gewalthandlungen sie in China ausübten, ist Gegenstand einer laufenden Studie.

Projektskizze
Kriegsgeschichtliche Werke von Franz Freiherr von Soden im Online-Angebot der Württembergischen Landesbibliothek
Von: 
Wolfgang Mährle

Der württembergische General Franz Freiherr von Soden profilierte sich im Ersten Weltkrieg als erfolgreicher Truppenführer. Nach 1918 war er als Initiator und Förderer von Kriegsdenkmälern und Erinnerungsstätten, als Organisator von militärischen Feiern und Gedenkveranstaltungen sowie als Kriegsgeschichtsschreiber einer der einflussreichsten Weltkriegsveteranen in Schwaben. Die drei wichtigsten kriegsgeschichtlichen Werke Sodens sind seit Kurzem im Online-Angebot der Württembergischen Landesbibliothek (Bibliothek für Zeitgeschichte) einsehbar.

Aufsatz
Spuren des Krieges und ihre Verarbeitung. Eine Konferenz in Kooperation mit der Professur für Zeitgeschichte (Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung), Universität Wien, sowie mit dem Arbeitskreis Militärgeschichte e.V. (Wien, 8.–10.10.2025)
Von: 
Oksana Nagornaia

Erstmals fand die Jubiläumstagung des Arbeitskreises „Militärgeschichte“ in Österreich statt und zum ersten Mal übernahm ein renommiertes Militärmuseum dabei eine Doppelrolle: sowohl als aktiver Organisationspartner als auch als Gegenstand der wissenschaftlichen Analyse. In den authentischen Räumen des Heeresgeschichtlichen Museums (HGM) wurden theoretische Grundlagen der kurzfristigen und langfristigen Verarbeitung von Kriegsfolgen ebenso thematisiert wie Fallstudien zu einzelnen Museen, nationalen Geschichtskulturen und neuen medialen Formen des Gedenkens.

Tagungsbericht

Within the Dutch colonial army in Indonesia (the KNIL, or Koninklijk Nederlandsch-Indisch Leger), ‘Ambonese’ or Moluccan soldiers’ reputations for ferocity carried through from the Aceh War (1873–1942) to the aftermath of the Indonesian National Revolution (1945–1949) in ways that worked to absolve white members of the Dutch national army (Koninklijke Landmacht) from responsibility for the worst violence of the Revolution.

 

Der Arbeitskreis Militärgeschichte e.V. (AKM) fördert Doktorandinnen und Doktoranden sowie Postdoktorandinnen und Postdoktoranden in ihrer Qualifikationsphase. Zu diesem Zweck lobt der Verein bis zu 1.200 € aus, um einen Workshop zu einer aktuellen Fragestellung der Militärgeschichte zu finanzieren. Eingereicht werden können Themenvorschläge aus allen historischen Epochen.

Miszelle
Beziehungen und Wechselwirkungen von der Antike bis zur Gegenwart / Relations and Interactions from Antiquity to the Present Day

Vom 16. bis zum 18. September 2026 findet an der TU Dortmund eine internationale Konferenz zum Thema “Natur – Tiere – Krieg. Beziehungen und Wechselwirkungen von der Antike bis zur Gegenwart” statt. Sie verfolgt das Ziel, die bislang häufig getrennten Ansätze der Umwelt-, Tier- und Militärgeschichte zusammenzuführen und eine Plattform für innovative Forschungsansätze zu bieten, die sowohl die Auswirkungen militärischer Gewalt auf Natur und Tierwelt als auch Tiere und Natur im Kontext von Militär, Krieg und Gewalt in den Blick nehmen.

Die Reichswehr zwischen Landesverteidigung und „Blitzkrieg.“ Workshop des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (Potsdam, 9./10.7.2025)
Von: 
Mika Hagedorn

Am 9. und 10. Juli 2025 lud das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) zum vierten Workshop über die Reichswehr nach Potsdam ein. Die Organisation übernahmen Dr. Frederike C. Hartung, Dr. Frank Reichherzer und Dr. Dennis Werberg. Ziel war es, die Reichswehr als Vorläufer und militärischen Vordenker der Wehrmacht im Kontext der „Blitzfeldzüge“ zu analysieren.

Tagungsbericht

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